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EZLN: Das Gemeinschaftliche und das Nicht-Eigentum.


Zwan­zigs­ter und letz­ter Teil:
Das Gemein­schaft­li­che und das Nicht-Eigen­tum.

»Öff­ne gut die Augen, Kind, und fol­ge dem Vogel Pujuy.
Er ver­irrt sich nicht. Sei­ne Bestim­mung ist wie die unse­re:
Einen Weg zurück­le­gen, damit ande­re den Weg nicht ver­lie­ren.«

Canek. Ermi­lo Abreu Gómez.

Ein­mal, es mag bereits Jah­re zurück­lie­gen, haben die zapa­tis­ti­schen Pue­blos »den Kampf als Frau­en, die wir sind« erklärt (*1). Sie zeig­ten dar­in auf, dass nicht eine Fra­ge des rei­nen Wil­lens, der Bereit­schaft oder des Stu­di­ums die­se Ver­än­de­rung mög­lich mach­te, son­dern die mate­ri­el­le Basis: die öko­no­mi­sche Unab­hän­gig­keit der zapa­tis­ti­schen Frau­en. Sie mein­ten damit nicht, eine Anstel­lung und ein Gehalt haben zu wol­len oder die geld­li­chen Almo­sen, mit denen die Regie­run­gen aller poli­ti­schen Spek­tren Wahl­stim­men und Anhän­ger­schaft kau­fen. Sie zeig­ten, dass die kol­lek­ti­ve Arbeit der frucht­ba­re Boden für die­sen Wan­del war/ ist. Damit gemeint ist eine orga­ni­sier­te Arbeit, wel­che nicht das indi­vi­du­el­le Wohl­erge­hen zum Ziel hat, son­dern das der Grup­pe. Es ging dabei nicht nur dar­um, sich für Kunst­hand­werks­ar­bei­ten, Han­del, Rin­der­auf­zucht oder Mais-, Kaf­fee- und Gemü­se­an­bau- und -ern­te zusam­men­zu­tun. Viel­leicht oder vor allem ging es dar­um, ihre eige­nen Räu­me ohne Män­ner zu haben, zu schaf­fen. Stellt Euch vor, was sie dort damals zwi­schen sich alles bespro­chen haben und [wei­ter­hin] bespre­chen: ihre Schmer­zen, ihre Wut, ihre Ideen, Vor­schlä­ge, ihre Träu­me.

Ich wer­de mich dar­über nicht wei­ter aus­brei­ten, denn die Com­pa­ñe­ras haben ihre eige­ne Stim­me, ihre eige­ne Geschich­te und eige­nen Weg. Ich habe dies nur erwähnt, weil noch nicht [all­ge­mein ]bekannt ist, wel­ches die mate­ri­el­le Grund­la­ge dar­stellt, auf der die von den zapa­tis­ti­schen Gemein­den beschlos­se­ne neue Etap­pe auf­bau­en wird. Die neue Initia­ti­ve, wie sie Außen­ste­hen­de nen­nen wür­den.

Ich habe die Ehre, dar­auf hin­wei­sen zu kön­nen: Nicht nur war der gesam­te Vor­schlag, von sei­nem Ent­wurf an, Pro­dukt des Kol­lek­tivs der zapa­tis­ti­schen orga­ni­sa­to­ri­schen Lei­tung, in der alle Maya-indi­ge­ne Wur­zeln haben (*2). Eben­so begrenz­te sich mei­ne Arbeit dar­auf, Infor­ma­tio­nen zu geben, wel­che mei­ne Che­fin­nen und Chefs (*2) mit den ihri­gen »kreuz­ten«, abgli­chen und aus­tausch­ten. Spä­ter war es dann an mir, ledig­lich Ein­wän­de und mög­li­che zukünf­ti­ge Miss­erfol­ge zu suchen und zu begrün­den (die ver­flix­te »Hypo­the­se«, auf die ich mich in einem der vor­he­ri­gen Tex­te bezo­gen habe). Letzt­lich – als dann die Berat­schla­gung des Vor­schlags zum Ende kam und sie des­sen zen­tra­le Idee kon­kre­ti­siert hat­ten, um sie der Befra­gung aller Pue­blos zu unter­zie­hen – war ich über­rascht, viel­leicht so sehr wie Ihr, wenn Ihr sie jetzt ken­nen­ler­nen wer­det.

In dem fol­gen­den wei­te­ren Frag­ment des Inter­views mit dem Sub­co­man­dan­te Insur­gen­te Moi­sés wird er uns nun erklä­ren, wie sie zu der Idee »des Gemein­schaft­li­chen« gekom­men sind. Mög­li­cher­wei­se kann eine*r von Euch, den zutiefst rebel­li­schen und sub­ver­si­ven Sinn des Gan­zen wert­schät­zen – in wel­chem wir, um nicht abzu­wei­chen, unse­re Exis­tenz aufs Spiel set­zen.

El Capi­tán.

Wei­ter­le­sen

Balumil-Neuigkeiten und gute Wünsche 2024

Lie­be Balu­mil-Com­pas,

nach­dem wir viel dis­ku­tiert haben (u.a. über die neue Struk­tur der zapa­tis­ti­schen Auto­no­mie und was sie kon­kret bedeu­tet) – uns aus­ge­tauscht haben über »wo wir gera­de her­kom­men und wie wir uns Chia­pas nähern« – viel gesun­gen haben (u.a. haben wir unse­ren Com­pas vom CELMRAZ im Cara­col II von Oven­tik ein Lied geschickt, um ihnen áni­mo y fuer­za – Zuver­sicht und Kraft – zu geben) – wir auch getanzt haben, damit die Gedan­ken auch bis zum Herz gelan­gen – und natür­lich über den kon­kre­ten Auf­ent­halt in Chia­pas gespro­chen haben – nun, nach all­dem ist unser 3. Balu­mil-Semi­nar – live und in Far­be vor kur­zem zu Ende gegan­gen.

Ja, und so geht nun auch die­ses Jahr zu Ende, das für uns alle – wenn auch viel­leicht ganz unter­schied­lich – sicher­lich kein ein­fa­ches Jahr war und ist … Als colec­tivo gata-gata haben wir es so pro­duk­tiv genutzt, wie wir es eben konn­ten – und mehr als ein­mal waren wir Teil der Welt­wei­ten Akti­ons­ta­ge gegen die Krie­ge – ja, Stoppt alle Krie­ge – Unser Kampf ist für das Lebenimmer auch an der Sei­te unse­rer Com­pas Zapa­tis­tas … Und ja, es waren Balu­mil-Com­pas auch in die­sem Jahr im Cara­col von Oven­tik! Die Com­pas waren froh und die Balu­mils auch …

Ihr lie­ben Balu­mil-Com­pas, wir dan­ken Euch allen, dass Ihr dabei seid, uns beglei­tet habt, und wei­ter­hin beglei­tet. Mit viel Áni­mo gehen wir ins neue Jahr, und wer­den sehen, wie wir uns mit den Com­pas gemein­sam reor­ga­ni­sie­ren, gemäß ihren Not­wen­dig­kei­ten und Bedin­gun­gen.

Ja, balu­mil geht wei­ter, aupa ja! … Hof­fen wir, dass uns das alles zusam­men gut gelingt. Wir sind zuver­sicht­lich. Lasst es Euch gut gehen in der Zwi­schen­zeit. Ihr hört von uns wie­der im neu­en Jahr!

Wir wün­schen Euch – uns allen – ein rebel­lisch-fro­hes Jahr 2024:

¡Áni­mo, Com­pas, mucho áni­mo!

has­ta muy pron­ti­to

herz­lich, euer colec­tivo gata-gata.

Schöne Balumil-Nachrichten

Lie­be Balu­mil-Com­pas – in nah und fern,

zuerst möch­ten wir erzäh­len, dass wir bereits unser 2. Balu­mil-Semi­nar: Zapa­tis­mus – Inter­na­tio­na­lis­mus gera­de schön hin­ter uns gebracht haben – live und in Far­be: mit lie­ben Com­pas und viel pro­duk­ti­ven und ent­spann­ten Dis­kus­sio­nen aktu­el­ler EZLN-Kom­mu­ni­qués u.a zum Krieg in der Ukrai­ne und zu Paläs­ti­na: Stoppt alle Krie­ge.

Wir haben zusam­men eine klei­ne Zeit­rei­se der inter­na­tio­na­lis­ti­schen Initia­ti­ven der EZLN gemacht – begin­nend mit dem Ers­ten Inter­ga­lak­ti­schen Tref­fen von 1996 bis zu heu­te – haben getanzt, gesun­gen (aupa ja!), ein Soli-Foto für den gefan­ge­nen zapa­tis­ti­schen Com­pa Manu­el Gómez gemacht – und und und …

… Ja, und zusam­men geges­sen, den herbst­li­chen Wald und den See ein wenig genos­sen – ja, und immer mit dem Her­zen in Chia­pas – und auch mit einem Ohr dort, was für neue EZLN-Kom­mu­ni­qués wohl bald wie­der auf­tau­chen wür­den …

Und ja, da ist es nun: EZLN: Neun­ter Teil – Die neue Struk­tur der zapa­tis­ti­schen Auto­no­mie. (Alle neun Tei­le der aktu­el­len EZLN-Kom­mu­ni­qués könnt ihr auf enlacezapatista.ezln.org.mx nach­le­sen.) Tata­ta­täää.

 

Aupa ja! Tja, und wir, wir müs­sen wohl unse­re „Lern­in­hal­te“ anpas­sen …

Lasst es euch allen gut gehen.

Wir hof­fen, euch bald wie­der­zu­se­hen (u.a. beim 3. Balu­mil-Semi­nar: »Wir und die ande­ren – Die ande­ren Wir?« – 1. Dezem­ber bis 3. Dezem­ber 2023 in einem schö­nen Haus am See. Wer sich noch nicht ange­mel­det hat, kann das jetzt ger­ne noch bald tun:)

Wir sind froh – und wir freu­en uns.
herz­lich, euer colec­tivo gata-gata.

Hola, holita …

Wir haben jetzt wie­der ein­mal das 1. Balu­mil-Semi­nar zu Zapa­tis­ti­scher Auto­no­mie mit ganz tol­len Compañer@s gut und schön hin­ter uns gebracht – und freu­en uns bereits auf das 2. Balu­mil-Semi­nar zu Zapa­tis­mus – Inter­na­tio­na­lis­mus, was im Novem­ber statt­fin­den wird.

Eine klei­ne Vor­ab-Info:
Ein ganz neu­er Balu­mil-Semi­nar-Zyklus wird es im Früh­jahr und Früh­som­mer – Mit­te April, Mit­te Mai, Anfang Juni – 2024 geben. Die genau­en Daten tei­len wir euch allen so schnell wie mög­lich mit.

8. Oktober

Lie­be Com­pas,
der Count­down läuft… Bis Sonn­tag, 8. Okto­ber könnt Ihr Euch noch anmel­den:

Balu­mil-Semi­na­re für einen Auf­ent­halt im CELMRAZ
– 20.10. – 22.10.: Zapa­tis­ti­sche Auto­no­mie
– 10.11. – 12.11.: Zapa­tis­mus – Inter­na­tio­na­lis­mus
– 01.12. – 03.12.: »Wir und die Ande­ren – Die ande­ren Wir?«

Balumil-Aufenthalt

Tei­le einer Refle­xi­on nach einem mehr­wö­chi­gen Balu­mil-Auf­ent­halt im Cen­tro de Espa­ñol y Len­gu­as Mayas Rebel­de Autó­no­mo Zapa­tis­ta (CELMRAZ), im Cara­col II Oven­tik, Chia­pas März 2023.

Wir sind mit viel Ener­gie und Offen­heit ange­reist – Ener­gie und Offen­heit, zuzu­hö­ren und auf­zu­neh­men, aber auch, sel­ber zu tei­len. Wir wol­len uns ein wenig gegen einen Begriff des »Gebens« weh­ren, weil er eine sehr nut­zen­fo­kus­sier­te Dicho­to­mie auf­ma­chen könn­te. Wir haben nicht ein­fach nur »gege­ben und genom­men«, son­dern hat­ten das Gefühl, uns in einem stän­di­gen, flui­den Aus­tausch mit den Com­pas zu befin­den. Wir haben immer wie­der unse­re Dank­bar­keit dafür zum Aus­druck gebracht, was mit uns alles geteilt wur­de und müs­sen sagen, dass wir das Gefühl haben, dass das, was uns bei­gebracht wur­de, sehr viel mehr wiegt als alles, was wir jemals hät­ten erzäh­len kön­nen. Wir sind den Com­pas unend­lich und für immer dank­bar für alles, was wir dort ler­nen und hören durf­ten. Es war für uns alle eine poli­ti­sche Erfah­rung, die uns immer im Her­zen blei­ben wird.

Otro mun­do es posi­ble? Der Auf­ent­halt im Cara­col hat uns viel Kraft, Mut und Moti­va­ti­on zu kämp­fen gege­ben, was wir in Euro­pa manch­mal etwas ver­mis­sen oder aus Pes­si­mis­mus ver­lie­ren. Wir haben auf­schluss­rei­che Geschich­ten dazu gehört, wie die Zapa­tis­tas mit Mut­lo­sig­keit und Angst umge­hen und hat­ten in einer Unter­richts­stun­de auch die Gele­gen­heit, nach psy­chi­scher Gesund­heit

in der Regi­on zu fra­gen. Was wir gehört haben, war sehr rele­vant auch für uns in unse­ren all­täg­li­chen poli­ti­schen Kon­tex­ten. Wir waren beein­druckt davon, wie hoff­nungs­voll und fröh­lich wir die Men­schen im Cara­col trotz des Kriegs­zu­stands ken­nen­ge­lernt haben und haben ver­stan­den, wie wich­tig es ist, viel zu lachen. Obwohl wir bezüg­lich unse­rer eige­nen Geo­gra­phien trotz­dem auch pes­si­mis­tisch sind, hof­fen wir, dass wir das klei­ne Feu­er, das die Zeit in Oven­tik in uns ange­zün­det hat, nach Euro­pa tra­gen kön­nen.

Wie ist es, wie­der in der Stadt zu sein. Man­che von uns freu­en sich in der Stadt dar­über, sich wie­der ganz frei und so weit sie wol­len bewe­gen zu kön­nen. Wir wür­den als Tipp an zukünf­ti­ge CELMRAZ-Besucher*innen in Oven­tik geben, sich see­lisch dar­auf ein­zu­stel­len, dass der Bewe­gungs­spiel­raum im Cara­col natür­lich durch­aus ein­ge­schränkt ist – auch, wenn man die Mög­lich­keit hat, den Weg hoch zum Tor zurück­zu­le­gen und es außer­dem min­des­tens einen Aus­flug pro Woche gab. Ansons­ten emp­fin­den man­che von uns die Rück­kehr in die Stadt als durch­aus belas­tend – nach der wun­der­ba­ren Ruhe im Cara­col und der voll­stän­di­gen Abwe­sen­heit kapi­ta­lis­ti­scher Struk­tu­ren fan­den wir es nicht ein­fach, wie­der in die Stadt mit all ihren Restau­rants, Klei­der­lä­den und Tages­tou­ren-Ver­an­stal­tern zurück­zu­keh­ren – obwohl wir es bei San Cris­tó­bal ja eigent­lich sogar noch mit einer sehr beschau­li­chen Stadt zu tun haben. Rück­keh­ren­de aus Oven­tik soll­ten sich auf das even­tu­el­le Ein­set­zen eines klei­nen Kul­tur­schocks ein­stel­len. Wir füh­len alle­samt ein wenig Lie­bes­kum­mer und Sehn­sucht nach Oven­tik.

Wir freu­en uns jetzt schon sehr dar­auf, unse­re gemach­ten Erfah­run­gen in unse­ren Kol­lek­ti­ven zu tei­len und planen/hoffen teil­wei­se, in unse­ren eige­nen Zusam­men­hän­gen Begeis­te­rung zu wecken, als Grup­pe nach Oven­tik zu gehen. Eine von uns hofft, dass sie in Zukunft viel­leicht mit ihrem Kol­lek­tiv Gele­gen­heit haben wird, für eine etwas län­ge­re Zeit dort ein Pro­gramm zu machen. Wir alle wären ger­ne noch län­ger geblie­ben.

Aktu­el­le Infos von den Com­pas des CELMRAZ. Sie haben betont, dass sie sich über vie­le Besucher*innen im Spra­chen-Zen­trum freu­en und gesagt, dass wir in Euro­pa daher sehr ger­ne dafür [für einen vor­be­rei­te­ten Auf­ent­halt im CELMRAZ] Wer­bung machen sol­len.

Lie­be Grü­ße,
Eini­ge Balu­mil-Teil­neh­men­de im März 2023.

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Ter­mi­ne der nächs­ten Balu­mil-Semi­na­re:

  • 20.10. – 22.10.23: Zapa­tis­ti­sche Auto­no­mie
  • 10.11. – 12.11.23: Zapa­tis­mus – Inter­na­tio­na­lis­mus
  • 01.12. – 03.12.23: »Wir und die Ande­ren – Die ande­ren Wir?«

Bei Inter­es­se mel­det Euch bis zum 8. Okto­ber 2023 bei uns per Mail dann erhal­tet Ihr alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen.

gata-gata und Balumil

… und was macht eigent­lich das colec­tivo gata-gata … und was ist balu­mil?

Wir sind wei­ter­hin Ler­nen­de des CELMRAZ, des Cen­tro de Espa­ñol y Len­gu­as Mayas Rebel­de Autó­no­mo Zapa­tis­ta; und als sol­che sind wir vor Jah­ren von ihnen gebe­ten wor­den, den balu­mil-Aus­tausch zu orga­ni­sie­ren. Das heißt auch, wir sind dazu auto­ri­siert durch den Rat der Guten Regie­rung, Cara­col II von Oven­tik.

Wir sind Inter­na­cio­na­lis­tas, denn nur so ist für uns »eine ande­re Welt mög­lich«: als »Ande­re« im soli­da­ri­schen Bünd­nis und sich gegen­sei­tig respek­tie­ren­den Aus­tausch mit »Ande­ren« welt­weit. Das heißt für uns prak­tisch, wir sind vor allen Din­gen in Chia­pas aber auch hier ver­or­tet.

Wir sind keine NGO son­dern wohl eher eine klei­ne »AGO« :), eine auto­no­me poli­ti­sche Orga­ni­sie­rung.

Wir trans­por­tie­ren weder Gewiss­hei­ten noch Ideo­lo­gien »von hier nach da« oder vice ver­sa. Wir möch­ten von ein­an­der Ler­nen­de sein.

Unser com­promiso: Es sind unse­re Com­pas. Wir unter­stüt­zen sie, sie unter­stüt­zen uns. Des­halb: si nos tocan a un@, nos tocan a tod@s – wenn sie eine*n angrei­fen, grei­fen sie uns alle an.

Unse­re gemein­sa­me poli­ti­sche Basis ist die Sechs­te Erklä­rung aus dem Lakan­do­ni­schen Urwald und die Erklä­rung für das Leben.

In die­sem Rah­men heißt für uns Inter­na­tio­na­lis­mus eine bedin­gungs­lo­se, prak­ti­sche Soli­da­ri­tät, sie basiert auf Gegen­sei­tig­keit und Augen­hö­he.

Es geht uns um inter­na­tio­na­lis­ti­sche Orga­ni­sie­rung (unse­re Pra­xis: wir orga­ni­sie­ren alles; sind orga­ni­sie­rend; wol­len Orga­ni­sie­rung mit­an­sto­ßen, in direk­ter Ver­bin­dung mit den Zapa­tis­tas); so ver­ste­hen wir auch die balu­mil-Tref­fen und -Semi­na­re, dass sich da bereits etwas poli­tisch und per­sön­lich gemein­sam ent­wi­ckelt.

Wir sind weder »Dienstleister*innen« noch »Polit-Rei­se­bü­ro«; eine soli­da­ri­sche Ver­bin­dung soll durch die balu­mil-Vor­be­rei­tung sowie den Auf­ent­halt im CELMRAZ, Cara­col II Oven­tik sowohl zu den Zapa­tis­tas, der EZLN, als auch zu balu­milent­ste­hen.

Not­wen­dig wäre es, wenn noch mehr balu­mils ins CELMRAZ fah­ren wür­den, denn die Com­pas brau­chen so wie wir hier auch den gemein­sa­men poli­ti­schen Aus­tausch. Mit unse­rem Auf­ent­halt unter­stüt­zen wir auch ganz direkt den zapa­tis­ti­schen auto­no­men Bil­dungs­be­reich.

Des­halb: Ger­ne Wer­bung machen für balu­mil; ihr könnt uns auch zu Ver­an­stal­tun­gen ein­la­den; wir möch­ten balu­mil aus­wei­ten, d.h. auch, hier bereits bestehen­de fes­te Grup­pen vor­be­rei­ten, neben der Vor­be­rei­tung von Ein­zel­nen und den selbst­or­ga­ni­sier­ten balu­mil-Grup­pen wie bis­her.

colec­tivo gata-gata.

Balumil-Neuigkeiten

Lie­be Balu­mil-Com­pas – in nah und fern :),

wir hof­fen sehr, Ihr habt alle bis­her einen schö­nen Som­mer ver­bracht – und es geht Euch gut.

Wir und die Com­pas sind sehr froh, dass eini­ge von Euch im Früh­jahr für den poli­ti­schen Aus­tausch im CELMRAZ, Cara­col II von Oven­tik sein konn­ten. Die dort gemach­ten schö­nen Erfah­run­gen und Refle­xio­nen haben wir ja mit Euch allen geteilt.

Es war auch sehr schön, dass wir uns als Balu­mil-Com­pas im Juni bei unse­rem Tref­fen aus­tau­schen konn­ten, über die Erfah­run­gen und unse­re wei­te­ren Über­le­gun­gen.

Wir Ihr ja sicher mit­be­kom­men habt, ist die Situa­ti­on, auch in Chia­pas, »nicht ganz so ein­fach«. Des­halb auch die Glo­ba­len Akti­ons­ta­ge im Juni und Juli: Stoppt den Krieg gegen die zapa­tis­ti­schen Pue­blos und die Pue­blos des CNI – an denen wir teil­ge­nom­men haben.

Und wei­ter­hin ist unse­re inter­na­tio­na­lis­ti­sche Soli­da­ri­tät »mehr als gefragt«:

Im September/Oktober wer­den das Men­schen­rechts­zen­trum Fray­ba und Dele­gier­te des CNI eine Rund­rei­se im Ande­ren Euro­pa machen, um über die aktu­el­le Situa­ti­on zu infor­mie­ren und mög­li­che gemein­sa­me Akti­vi­tä­ten von hier­aus zu dis­ku­tie­ren.

Am 12. Okto­ber wird es einen wei­te­ren Goba­len Akti­ons­tag geben: El Sur Resis­te – Der Süden wider­steht. Stoppt den Krieg gegen die zapa­tis­ti­schen Pue­blos, die Pue­blos des CNI, die Pue­blos ori­gi­na­ri­os.

Die Pue­blos in Mexi­ko sind in Aler­ta Roja, im erklär­ten Alarm­zu­stand – wegen der zuneh­men­den Angrif­fe nicht nur in Chia­pas. Ihre Auto­no­mie und Selbst­or­ga­ni­sie­rung, die zer­stört wer­den soll, ist ihre orga­ni­sa­ti­ve, poli­tisch-sozia­le Ant­wort auf das welt­wei­te kapi­ta­lis­tisch-patri­ar­cha­le Desas­ter.

Vor die­sem Kon­text orga­ni­sie­ren wir – in Abspra­che mit unse­ren Com­pas des CELMRAZ – ab Okto­ber 2023 – wie­der einen neu­en Balu­mil-Semi­nar-Zyklus. Dies­mal end­lich wie­der alle drei Balu­mil-Semi­na­re in Prä­senz. Yepa! Wir haben dafür einen schö­nen Ort gefun­den.

Wei­ter­le­sen

Praktischer Internationalismus auf zapatistischem Gebiet

Wer prak­ti­schen Inter­na­tio­na­lis­mus auf zapa­tis­ti­schem Gebiet erle­ben und einen Ein­druck von den basis­de­mo­kra­ti­schen Selbst­ver­wal­tungs­struk­tu­ren in Chia­pas bekom­men möch­te, hat nun die Mög­lich­keit, an einem inter­na­tio­na­lis­ti­schen Aus­tausch teil­zu­neh­men.

ANF-Arti­kel vom 10. Okto­ber 2022

Vor genau einem Jahr waren zum ers­ten Mal Grup­pen von Zapa­tis­tas aus Chia­pas, Mexi­ko zum direk­ten Aus­tausch im „Ande­ren Euro­pa von unten und links“, auch in Deutsch­land. Im Rah­men der von der EZLN (Ejérci­to Zapa­tis­ta de Libe­r­ación Nacio­nal) initi­ier­ten Initia­ti­ve „Rei­se für das Leben“ gab es Tref­fen mit den unter­schied­lichs­ten Grup­pen und Bewe­gun­gen: unter ande­rem mit der kur­di­schen Frau­en­be­we­gung, FLINTA*-Gruppen, migran­ti­schen und Geflüch­te­ten-Kol­lek­ti­ven, Initia­ti­ven der soli­da­ri­schen Land­wirt­schaft, der Kli­ma­ge­rech­tig­keits­be­we­gun­gen. Eini­ge Aktio­nen wur­den gemein­sam durch­ge­führt, wie die anti­ko­lo­nia­lis­ti­sche und inter­na­tio­na­lis­ti­sche Demons­tra­ti­on am 13. August 2021 in Madrid und die glo­ba­le Kli­ma­streik-Mobi­li­sie­rung im Sep­tem­ber 2021 in Wien. Am 7. März die­ses Jah­res rief die EZLN zu einem „Glo­ba­len Akti­ons­tag gegen alle kapi­ta­lis­ti­schen Krie­ge“ auf. Wie auch der Con­gre­so Nacio­nal Indí­ge­na, die größ­te Orga­ni­sa­ti­on der Pue­blos ori­gi­na­ri­os in Mexi­ko – jetzt ganz aktu­ell – dazu auf­ruft, sich welt­weit am 12. Okto­ber 2022 zu mobi­li­sie­ren: gegen alle kapi­ta­lis­ti­schen und patri­ar­cha­len Krie­ge, den Krieg gegen die indi­ge­nen Bevöl­ke­run­gen welt­weit und in Mexi­ko, gegen den para­mi­li­tä­ri­schen und mili­tä­ri­schen Krieg gegen die EZLN und die zapa­tis­ti­schen Gemein­den in Chia­pas, Mexi­ko.

Para­mi­li­tä­ri­sche Angrif­fe auf Zapa­tis­tas

Denn die Zapa­tis­tas wie auch ande­re Pue­blos, die ihre Auto­no­mie auf­bau­en und wei­ter fort­set­zen, sind in ganz Mexi­ko den hef­tigs­ten Angrif­fen seit Jah­ren durch para­mi­li­tä­ri­sche Grup­pen und Ban­den des orga­ni­sier­ten Ver­bre­chens aus­ge­setzt – dies alles vor dem Hin­ter­grund der gewalt­sa­men Durch­set­zung von Mega-Pro­jek­ten, wie etwa der soge­nann­te „Tren Maya“, die Mensch und Natur für den Pro­fit des trans­na­tio­na­len Kapi­tals ver­nut­zen und damit zer­stö­ren wol­len.

Inter­na­tio­na­le Besu­che eine Lie­be zum Leben

Vie­le in Euro­pa haben sich wäh­rend wie auch nach der zapa­tis­ti­schen „Rei­se für das Leben“ im ande­ren Euro­pa gefragt, wie wir uns mit den zapa­tis­ti­schen Pue­blos, mit der EZLN kon­kret ver­bin­den kön­nen, heißt: gegen­sei­tig soli­da­risch, sie beim wei­te­ren Auf­bau ihrer Auto­no­mie unter­stüt­zen. Wäh­rend ihres Auf­ent­hal­tes in Euro­pa sag­te der zapa­tis­ti­sche Com­pa­ñe­ro Ber­nal – Teil­neh­men­der der „zapa­tis­ti­schen Recon­quis­ta“ im Juni 2021 in Vigo – wo die*der Com­pa­ñe­roa Mari­jo­se, im Namen der EZLN, Euro­pa in SLUMIL K´AJXEMK´OP – „Auf­stän­di­ges Land“ umbe­nann­te: „Für uns stel­len die inter­na­tio­na­len Besu­che eine Lie­be zum Leben dar […] Durch sie erfah­ren wir im Aus­tausch von ande­ren Kämp­fen […] und dass in ande­ren Tei­len der Welt auch Ande­re kämp­fen.“

Wei­ter­le­sen

Termine der neuen Balumil-Seminare für einen Aufenthalt im CELMRAZ

Lie­be Com­pas,

die Ter­mi­ne für eine neue Run­de Balu­mil-Semi­na­re für einen Auf­ent­halt im zapa­tis­ti­schen Spra­chen­zen­trum CELMRAZ ste­hen nun fest! Sie wer­den an drei auf ein­an­der fol­gen­den Wochen­en­den im Herbst/Winter 2023 statt­fin­den:

  • 20.10. – 22.10.23: Zapa­tis­ti­sche Auto­no­mie
  • 10.11. – 12.11.23: Zapa­tis­mus – Inter­na­tio­na­lis­mus
  • 01.12. – 03.12.23: »Wir und die Ande­ren – Die ande­ren Wir?«

Bei Inter­es­se mel­det Euch bis zum 8. Okto­ber 2023 bei uns per Mail dann erhal­tet Ihr alle wei­te­ren Infor­ma­tio­nen.

Herz­lich,
colec­tivo gata-gata.