EZLN – Treffen in Chiapas

»Die­se Leu­te …

Für sie unser Herz.

Unser auf­merk­sa­mes Hören auf ihre Sicht.

Unser sie suchen­des Wort.

Unse­re gemein­schaft­li­che Umar­mung – trotz Geo­gra­phien und Kalen­der.

Für sie – und mit ihnen: das Fest der Zusam­men­tref­fen …«

(EZLN, Okto­ber 2024.)

Orte und Daten der Ers­ten Run­de der Inter­na­tio­na­len Tref­fen, Dezem­ber 2024/ Janu­ar 2025:
https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2024/12/01/internationale-treffen-der-rebellionen-und-des-widerstands-2024-2025-daten-und-orte-der-ersten-session-dezember-2024-bis-januar-2025/

Auf­ruf zu allen Inter­na­tio­na­len Tref­fen zwi­schen Dezem­ber 2024 und Dezem­ber 2025:
https://enlacezapatista.ezln.org.mx/2024/10/11/internationalen-treffen-der-rebellionen-und-des-widerstands-2024-2025-thema-der-sturm-und-der-tag-danach/

EZLN − Hay personas así.

Es gibt sol­che Leu­te …

In den ver­schie­de­nen Win­keln der Welt, auf dem gesam­ten Pla­ne­ten, in Tei­len und im Gan­zen, soll es sol­che Leu­te geben …

Die Nein sagen – auch wenn die Mehr­heit mit resi­gnier­tem Des­in­ter­es­se zustimmt.

Die die Stirn erhe­ben – auch wenn die Mehr­heit sie beugt.

Die ungläu­big blei­ben – auch wenn sich inner­halb der Mehr­heit das offi­zi­el­le Glau­bens­be­kennt­nis durch­setzt.

Die Grund­sät­ze haben – wäh­rend die Mehr­heit Aus­re­den erfin­det.

Die Wahr­heit und Gerech­tig­keit suchen – wäh­rend die Mehr­heit sich ver­irrt.

Die los­lau­fen, um zu fin­den – wäh­rend die Mehr­heit sich war­tend hin­setzt.

Die kämp­fen – wenn die Mehr­heit sich ergibt.

Die aus­spre­chen, wenn sie reden – obzwar die Mehr­heit nach­spricht, wie­der­holt.

Die sich beim Betrach­ten inner­halb des Spie­gels fin­den – wäh­rend die Mehr­heit von ihnen for­dert, sich in ihr zu ver­lie­ren.

Die wach blei­ben – auch wenn die Mehr­heit schläft.

Die sich einer Sache ganz wid­men – wäh­rend die Mehr­heit sich ver­wal­ten lässt.

Die den Gehor­sam ver­wei­gern – wäh­rend die Mehr­heit sich angleicht.

Wei­ter­le­sen

Neue Balumil-Seminar-Termine

  • Ers­tes Semi­nar: Die neue Auto­no­mía Zapa­tis­ta
    Do., 20.02. – So., 23.02.2025
  • Zwei­tes Semi­nar: Zapa­tis­mus – Inter­na­tio­na­lis­mus
    Do., 20.03. – So., 23.03.2025
  • Drit­tes Semi­nar: »Wir und die ande­ren – Die ande­ren Wir?«
    Do., 10.04. – So., 13.04.2025

Geplan­te Grup­pen­rei­se: September/ Okto­ber 2025.

Mehr Infor­ma­tio­nen auf Anfra­ge.

 

Noticias

Wie schon lan­ge geplant fin­det unser Balu­mil-Rück­kehr- und -Infor­ma­ti­ons­tref­fen vom 6. bis 8. Dezem­ber statt.
Wir freu­en uns auf euch!

»Fangen wir erneut an?«

EZLN: Fangen wir erneut an?

1. August 2024.

Der Fei­gen­baum schleift den Wind
mit der Rin­de sei­ner Zwei­ge,
der Berg, eine Mar­der­kat­ze, sträubt
sei­ne stach­lig-bit­te­ren Aga­ven.
Wer jedoch wird kom­men? Und wohin …?
(Feder­i­co Gar­cía Lor­ca: Romance Sonám­bu­lo)

Ja, der Wind und der Berg, die Mon­ta­ña, schei­nen sich seit län­ge­rem zu ken­nen. Ich könn­te euch das genaue Datum sagen, aber das ist jetzt nicht wich­tig. Die­ser Wider­stand oder das aus­dau­ern­de schein­ba­re Resi­gnie­ren ist viel­leicht nicht zu ver­ste­hen: Der Berg, der den einen oder ande­ren Hieb erträgt; und der Wind, der sich anschei­nend zurück­zieht und als besiegt gibt, um dann erneut zurück­zu­keh­ren. Immer das­sel­be, immer unter­schied­lich.

Es sind jedoch nicht die­se über­stürz­ten Annä­he­run­gen, die den Berg sor­gen. Er hat schon schlim­me­re erlebt, wenn ihr danach fragt. Nein, was ihn sorgt, sind die Stür­me, die mit Schau­fel­bag­gern und Abräum­ma­schi­nen daher­kom­men, mit Mine­ra­li­en-Suchern und Tou­ris­ten-Unter­neh­men, mit Fabri­ken, Ein­kauf­zen­tren, Zügen und Regie­run­gen, die simu­lie­ren zu sein, was sie nicht sind, mit Zer­stö­rung und Tod. Zusam­men­ge­fasst: das Sys­tem.

Somit wäre es also nicht ver­wun­der­lich, wenn Berg und Wind zu einer Über­ein­kunft kämen. Immer­hin tei­len sie die­sel­be Mut­ter: Ixmu­cané, die Aller­wei­ses­te.

Nein, ich wer­de euch nicht das genaue Datum ihres ers­ten Zusam­men­tref­fens ver­ra­ten. Aber sagen wir mal, sie ken­nen sich aus frü­he­ren Zei­ten. Der skep­ti­sche Gesichts­aus­druck und das miss­bil­li­gen­de Gri­mas­sen­schnei­den des Bergs, ange­sichts der ers­ten Blit­ze und Wind­bö­en, sind bereits Ruti­ne. Eben­so die Unver­schämt­heit des Win­des gegen den Berg los­zu­brau­sen, mit­tels der Kraft von Regen, Wind, Don­ner und Über­schwem­mun­gen. Die Schram­men und Krat­zer, die der Wind aus unge­schick­ter Lei­den­schaft zufügt Wun­den wie Was­ser­grä­ben schaf­fen es nicht, die schar­fe Zurück­wei­sung des Ber­ges zu mil­dern. Sie tref­fen sich, sie ver­feh­len sich. Letzt­end­lich umar­men sie sich und ver­ab­schie­den sich ohne Ver­spre­chen oder Geständ­nis­se zu machen. Eine kom­ple­xe Bezie­hung, die viel von Zustim­mung und Zurück­wei­sung hat. Nun, von »Lie­be«.

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Sie sagen, es wird gesagt, dass sie erzäh­len: Eine Legen­de, die noch zu schrei­ben ist, besagt: Es gab da eine Ver­samm­lung, zu der rie­fen sie die Fami­lie des Votán, Bewah­rer und Herz des Pue­blo, her­bei. Und so sprach die Mon­ta­ña:

Wei­ter­le­sen

Grüße aus Chiapas – Mai 2024.

Kur­ze Aus­zü­ge aus dem aktu­el­len Bericht einer Balu­mil-Com­pa:

»[…] San Cris­tó­bal ist deut­lich tou­ris­ti­scher, als ich es mir vor­ge­stellt habe. Das erweckt hier oft den Ein­druck von ganz ver­schie­de­nen Rea­li­tä­ten, die hier neben­ein­an­der exis­tie­ren. Durch die Ver­bin­dung mit den Com­pas [hier gemeint: die zapa­tis­ti­schen Pue­blos] und den wider­stän­di­gen Struk­tu­ren vor Ort, weiß man natür­lich Bescheid über die poli­tisch sehr ange­spann­te Lage in ganz Chia­pas: die Angrif­fe auf wider­stän­di­ge Comu­ni­d­a­des [Gemein­den] durch repres­si­ve Staats­or­ga­ne, Para­mi­li­tär und Nar­cos [Mit­glie­der der Dro­gen­kar­tel­le], die Spal­tungs­ver­su­che der Pue­blos durch die Regie­rung, die Repres­si­on und Gewalt gegen­über migran­ti­schen Men­schen, deren Flucht­rou­te in Rich­tung USA durch Chia­pas führt. […] Aktu­ell ist die Lage noch­mal beson­ders ange­spannt, da am 2.6. hier Wah­len statt­fin­den wer­den [Prä­si­dent­schafts­wah­len wie auch auf Bun­des­staa­ten- und loka­ler Ebe­ne].

[…] Die Poli­zei, aber auch das Mili­tär sind durch­aus sehr prä­sent auf den Stra­ßen von San Cris. Mög­li­cher­wei­se des­halb, weil die Wah­len kurz bevor­ste­hen, aber ganz klar kann man das auch nicht sagen. […] Ins­ge­samt gilt: Der Poli­zei oder ande­ren Repres­si­ons­or­ga­nen kei­ne Angriffs­flä­che bie­ten und sich im öffent­li­chen Raum mög­lichst kor­rekt und unauf­fäl­lig ver­hal­ten! […]

Durch die Balu­mil-Semi­na­re und die Carea-Tal­le­res (ich bin auch zur Men­schen­rechts­be­ob­ach­tung hier) habe ich mich sehr gut auf die aktu­el­le Situa­ti­on vor­be­rei­tet gefühlt. […]

Größ­ten­teils sind die Men­schen hier, wo ich gera­de bin, wirk­lich sehr soli­da­risch mit­ein­an­der, es fin­det viel kol­lek­ti­ves Leben und Orga­ni­sa­ti­on statt. Das J. ist ein tol­ler Ort, um sich mit ande­ren Inter­na­cio­na­lis­tas zu ver­net­zen und sich über lin­ke Kämp­fe in ganz unter­schied­li­chen Kon­tex­ten aus­zu­tau­schen. Es fin­det viel poli­ti­scher Aus­tausch statt, bei­spiels­wei­se orga­ni­sie­ren wir hier wöchent­lich eine Escue­lita polí­ti­ca [klei­ne poli­ti­sche Schu­le], in der wir uns im Rah­men von kur­zen Vor­trä­gen und Dis­kus­sio­nen über die unter­schied­li­chen poli­ti­schen The­men aus­tau­schen, die uns beschäf­ti­gen. […]

Auch ich bin (wie der Com­pa M., der kurz vor mir hier war) der Mei­nung, dass man sich hier in Chia­pas […] sehr inten­siv mit ande­ren Inter­na­cio­na­lis­tas aus­tau­schen und viel über inter­na­tio­na­lis­ti­sche Soli­da­ri­tät und Kämp­fe von links und unten über­all auf der Welt, aber auch über die eige­ne poli­ti­sche Pra­xis, ler­nen kann. […] man fin­det hier wirk­lich genug poli­ti­sche Pro­jek­te, denen man sich hier wid­men kann. Hier kom­men inter­na­tio­na­le Kämp­fe zusam­men – por un mun­do don­de que­pan muchos mun­dos [Für eine Welt, die vie­le Wel­ten birgt].«

B.

Gracias.

Wir dan­ken allen für das schö­ne Balu­mil-Tref­fen-Semi­nar. Dan­ke auch für die frucht­ba­ren Dis­kus­sio­nen zur neu­en zapa­tis­ti­schen Auto­no­mie. Hat uns viel Freu­de gemacht!

segu­i­mos adel­an­te – auf bald!
euer colec­tivo gata-gata.

Buchankündigung

ab März 2024 erhältlich.


Eine Pro­duk­ti­on von cronopi@s inter­na­cio­na­les

und Immer­grün Ver­lag.

1983 und 1994, das sind 40 Jah­re + 30 Jah­re EZLN. Ein Grund, um die zapa­tis­ti­schen Compañer@s und ihren Kampf zu wür­di­gen und die neu­es­te Initia­ti­ve der Zapa­tis­tas vor­zu­stel­len. Bei­des tun wir mit die­sem klei­nen Buch, in dem sie selbst – mit­tels ihrer zwi­schen Okto­ber und Dezem­ber 2023 öffent­lich gemach­ten Kom­mu­ni­qués – zu uns spre­chen, ihre neu­en Struk­tu­ren der Auto­no­mie bekannt­ge­ben – und einen kon­kre­ten Vor­schlag machen: »Das Gemein­schaft­li­che und das Nicht-Eigen­tum«.
(aus dem Vor­wort von cronopi@s inter­na­cio­na­les)

Mehr Infos und Vor­be­stel­lung:
https://immergruen.cc

 

Termine

Lie­be Balu­mil-Com­pas,

vom 12.-14. April 2024 wer­den wir ein Balu­mil-Infor­ma­ti­ons- und Aus­tausch-Tref­fen orga­ni­sie­ren, um uns zusam­men mit Euch über die aktu­el­len Ent­wick­lun­gen in Chia­pas und die Reor­ga­ni­sie­rung unse­rer Com­pas Zapa­tis­tas aus­zu­tau­schen und auf den neu­es­ten Stand zu brin­gen. Wie sieht die neue Auto­no­mie aus? Was waren/sind die Grün­de für ihre Ver­än­de­rung? Und was ver­birgt sich hin­ter der zapa­tis­ti­schen Initia­ti­ve »Lo Común: Das Gemein­schaft­li­che und das Nicht-Eigen­tum«? All die­sen Fra­gen wer­den wir auf dem Tref­fen nach­ge­hen.
Herz­lich ein­ge­la­den dazu sind alle »alten« sowie »neu­en« Balu­mil-Com­pas – also all jene, die sich mit Balu­mil ver­bun­den füh­len, es schon lang sind oder es gern wer­den wol­len.

Wer dar­an teil­neh­men möch­te, mel­det sich bit­te bis 28. März 2024 bei uns per Mail. Dann erhal­tet Ihr auch wei­te­re Infor­ma­tio­nen.

Die Ter­mi­ne für die »regu­lä­ren« Balu­mil-Semi­na­re zur Vor­be­rei­tung eines Auf­ent­halts im CELMRAZ fin­det Ihr hier.

 

balumil sigue.

Lie­be Balu­mil-Com­pas,

wir sind mit­ten in den Vor­be­rei­tun­gen und der Umset­zung eines Balu­mil-Tref­fens mit tol­len inter­na­tio­na­len Com­pa­ñe­ro­as – und dan­ken den Genoss*innen von Netz­werk Selbst­hil­fe e.V. für ihre Unter­stüt­zung!

Euch allen noch ein gutes, rebel­lisch-fro­hes neu­es Jahr!

Dem­nächst mehr von uns.

herz­lich, euer colec­tivo gata-gata.

 

Ser internacionalista – Von anderer Welt